was macht eine generation mit ihrem gestorbenen übervater? ihrem ermordeten mehrtürer? dem heiland der schachtelsätze? dem größten rudi aller zeiten? richtig, sie legt ihm zu ehren ihr fahrrad hin. klarer fall. jetzt bin ich schwer am überlegen, ob meine generation auch helden hat. und was wir wohl in vierzig jahren mal hinlegen werden. tastaturen? (wenns die dann noch gibt…) und dass bald eine ganze welle 1968-gedenken auf uns draufschwappt… ich ahne schreckliches:

ulrike-meinhof-gedenk-stammzellenforschung?

8 Gedanken zu „Oh RUDI, don’t take your love to town

  1. Das mit den Fahrrädern hab nu ich absolut nicht verstanden. Ja – das mit den Helden ist echt ’ne Frage. Wenn die erst Sterben müssen, um ein Held zu sein, ist’s vielleicht auch gut, dass es keine gibt.

  2. weil der neben einem fahrrad gestorben is… oder so was in der art… ich hab da so ein foto im kopf… aber vielleicht denk ich da auch an was anderes…

  3. Äh, ja. Jetzt weiß ich’s auch. Der war politisch korrekt auf dem Fahrrad unterwegs, als es passierte. Stärker eingebrannt hat sich mir aber das Bild, wie er blutend vor dem Käfer liegt.
    Herr Roiber, gestern bin ich einem der pixelroiber Kulturtipps gefolgt und war endlich in der 68er-Ausstellung im Amerika-Haus.

    [Anm. d. Verf.: Link]

  4. dafür dass die ausstellung recht ‚übersichtlich‘ ist – vom umfang – gab sie doch reichlich denkanstöße. die ironie der geschichte, dass jetzt dem Rudi im amerikahaus ‚gehuldigt‘ wird, gefällt mir. und auch die che-flagge vor einem rollgitter-geschützten fenster ‚ebendort‘. aber beklemmend wie wenig verständnis die bürger und arbeiter den studenten entgegenbrachten und vermutlich auch umgekehrt. und alles schön durch die springersche propaganda-mühle angeheizt. leider schon seit 1952. apropos habe eine gute bild-idee!!!

  5. Dazu auch dieses:

    „Die Bildzeitung hat Bushaltestellen plakatiert.
    Eines der Plakate zeigt das trojanische Pferd mit der Überschrift: „Vorsicht Falle!“ und darunter „Bild informiert. Leider erst seit 1952.“
    Ich kann nicht anders, ich muss mir vorstellen wie es wohl gewesen wäre, hätte die Bildzeitung tatsächlich über den trojanischen Krieg informiert.
    Die Griechen werfen nach zehn Jahren Belagerung plötzlich das Handtuch und stellen ein großes Pferd vor das Tor. Die Herrschenden Trojaner beratschlagen, was man damit machen soll. Und die Bildzeitung titelt: „Der Sieg ist unser! +++ Griechen fliehen feige +++ Hinterlassen Geschenk für die Götter +++ Warum holen wir uns das Pferd nicht?“
    Auf den Druck der Öffentlichkeit hin entscheiden sich die Herrschenden für einen Triumphzug durch die Stadt, statt das Pferd am Strand zu verbrennen. Die Griechen klettern nachts aus dem Pferd, öffnen die Stadttore und zerstören Troja. Die Bildzeitung wechselt schneller die Seiten als man „bildblog.de“ sagen kann und titelt: „Griechen gewinnen! +++ Trojaner tot! +++ Wie konnte Troja nur so dumm sein?“
    Ich glaube das war wirklich so.“

    Quelle:
    https://twoday.net/notfound

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