reden wir mal über den iran

was geht da eigentlich gerade wirklich ab im iran? und warum sind die westlichen kommentare alle so einseitig und einheitlich? wer ist eigentlich Mir Hossein Mussawi? klar, dass das alte regime die berichterstattung behindert, aber um so mehr könnten doch „unsere“ medien mal sagen, um was es wirklich geht. ein paar interessante hintergründe finden sich beim spiegelfechter.

noch was (nur so vor mich hinspekuliert): iran liegt genau zwischen irak und afghanistan und wäre aus geopolitischer und wirtschaftlicher sicht das gefundene fressen für die usa:

Iran stand 2005 mit ca. 200 Mio. Tonnen gefördertem Erdöl an vierter Stelle der weltweiten Erdölförderung. Das Land verfügt über bekannte Erdölreserven von ca. 18 Mrd. Tonnen (136 Mrd. Barrel) und damit die drittgrößten Erdölreserven weltweit. (wiki)

und eine kleine revolution, die eine amerikafreundlichere regierung an die macht bringt, das wäre schon was feines aus washingtoner sicht, gelle? muss ja nicht immer gleich krieg sein. was macht eigentlich gerade george soros?

oder habe ich mich damit zu weit aus dem fenster gelehnt und es ist alles ganz anders?


5 comments

  • Ich denke, man muss aufpassen, wie weit man sich aus dem Fenster lehnt, auch wenn es natürlich immer gut ist, die Dinge und vor allem die Berichterstattung in den Medien auch mal umzuinterpretieren. Aber Herr Soros (oder seine Nachfolger) werden sicherlich Menschen dazu bewegen, gegen eine wohl nicht ganz demokratische Regierung zu protestieren und dafür ihr Leben zu riskieren. Und wenn es – wie vom spiegelfechter eingebracht – wohl eher die intellektuelle ‚Elite‘ des Landes ist, die Mussawi gewählt hat und jetzt protestiert bzw. auch ‚Nicht-Akademiker‘ zu den Protesten motiviert, dann finde ich das immer noch sehr mutig. Hätte die intellektuelle Elite in Deutschland das mal in den 30er Jahren hingekriegt…

    • ja, wahrscheinlich habe ich mich zu sehr aus dem fenster gelehnt. aber ich wollte eigentlich nur darstellen, dass es meist um mehr geht, als uns das präsentiert wird. denn ein lupenreiner demokrat ist er sicher nicht. und wenn schon historischen vergleich, dann vielleicht eher mit osteuropa 1989 – auch da gingen die leute auf die straße, weil sie super unzufrieden waren mit ihrem system. schnell wurde aber klar, dass es nur eine lösung gab: neuordnung oder wie im fall ddr auflösung und angliederung. doch im gegensatz zu den alten sozialisten damals wehrt sich die bande um um den derzeitigen präsidenten. nun traut sich keiner mehr auf die straße.

      habt ihr in den letzten tagen auch so oft an persepolis gedacht?

      insgesamt ist es aber schwierig zu bewerten, was da so passiert und warum. es bleibt spannend und hoffentlich friedlich…

  • Persepolis ist schon sehr ‚aufklärend‘ und hat mich unglaublich aufgewühlt, als ich es damals gelesen habe. — Und ja: ein Vorzeigedemokrat ist er sicherlich auch nicht. — Das Traurige ist ja nur, dass, wenn es friedlich bleibt, die Einschüchterung geklappt hat. Die Iraner, die ich hier kenne, sind jedenfalls sehr betrübt — dass sich nichts ändert, sondern wenn, höchstens zum Schlechten — und in Sorge um die Verwandten im Land.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.