ich denke, wenn eltern religioes sind, werden sie ihre kinder mit dem scheisz genausowenig in ruhe lassen wie alle anderen eltern ihre kinder von ihren ueberzeugungen und glaubenssaetzen verschonen. finde ich ganz natuerlich und nicht unbedingt schlimm. je vernuenftigere, tolerantere, menschenfreundlichere undsoweiter ansichten die eltern haben, desto besser fuer die kinder und fuer die welt, ist ja klar.

aber in der schule ist das was anderes. die ist nun wirklich nicht fuer glaubensunterweisung zustaendig.
da kann man im ethik- oder religionsunterricht viel ueber religionen lernen und man hat gelegenheit, ueber gesellschaftliche oder moralische fragen nachdenken und reden zu lernen. wenn der unterricht gut ist. egal welches etikett draufklebt. bei mir gab es ueberhaupt noch keinen ethikunterricht, und der religionsunterricht war genau das. keine unterweisung im evangelischen glauben oder so. [ok, wir haben im ersten schuljahr nur bilder zu bibelgeschichten gemalt, keine zu anderen religioesen schriften. ein bisschen verankerung in der umgebungskultur, durchaus nuetzlich zum verstaendnis kuenstlerischer erzeugnisse (besonders, aber nicht nur, frueherer jahrhinderte).]
wenn leute allerdings einen religionsunterricht neben und gegen einen ethikunterricht etablieren wollen, kann man sich schon vorstellen, dass die was anderes vorhaben. und ziemlich uebel drauf sind.

uebrigens glaube ich, dass ausgebildete religionslehrer besonders geeignet sind, ethik zu unterrichten. die lernen viele schlaue sachen im theologiestudium. zum beispiel dass die bibel ein von menschen in einer bestimmten zeit geschriebener text ist. und dass kirchengeschichte mit machtkaempfen zu tun hat. wenn sie heil durch ihr studium kommen (so manche verlieren den glauben, ohne dazu wieder eine positive oder wenigstens gelassene haltung zu gewinnen), haben sie echt was zu erzaehlen. na ja, vielleicht kenne ich nur gute.