Posts filed under “Kino”
Filmkritik: Polnische Ostern (2011)
ziemlich enttäuschendes und langweiliges stück über deutsch-polnische familienbande (eine sog. Culture-Clash-Komödie). ungefähr so wie am ende kommen touristen von 2007, also kein großer wurf. und henry hübchen als rührseliger piefke, der zum wilden stecher mutiert, nervt auch gewaltig. ansonsten ein paar klischees und schöne bilder vom kaputten und religiösen polen. oder, in den worten von [...]
Filmkritik: Almanya – Willkommen in Deutschland (2011)
ganz witziger film über die geschichte einer türkischen gastarbeiterfamilie. über identität, heimat, sprachwirrwarr und die fremde. schön umgesetzt mit vielen kleinen details und authentischen schauspielern. mehr leider nicht, der film bemüht sich zwar die geschichte der gastarbeiter ungeschminkt darzustellen, in der folge wird es aber sehr kitschig und bunt und alles ist irgendwie in ordnung [...]
Filmkritik: Kings of Rock – Tenacious D (2006)
so ein übler quatsch. die geschichte der band Tenacious D – frei erzählt von und mit Jack Black und Kyle Gass. in der hauptrolle: rockmusik. zahlreiche anspielungen auf popkultur, musikfilme, filme, musikvideos. aufgebaut als ritterballade (die suche nach dem Pleck des Schicksals). frauen gibt es nur als deko. dazwischen traumsequenzen und natürlich musik zum abwinken. [...]
Filmkritik: Four Lions (2010)
ja, lustig. allerdings bleibt einem das lachen im hals stecken. auch nichts schönes. es geht um eine handvoll junger männer mit islam-hintergrund, die ihre eigene terrorzelle sind und es mal so richtig krachen lassen wollen. sie stoßen auf allerlei widerstände, vor allem scheitern sie an ihren eigenen ansprüchen. am ende knallts dann doch, irgendwie. lustig [...]
Filmkritik: Le Havre (2011)
ein märchen. alles ist alt, im stil von 50er-jahre filmen, die charaktere sind betagt und leben in ihrer eigenen welt. ein schuhputzer – das schon ein anachronismus für sich – muss seine frau ins krankenhaus bringen und nimmt einen jungen auf, der als illegaler immigrant vor der polizei flüchtet. um dessen ausreise nach london zu [...]
Filmkritik: The Tree of Life (2011)
mäh. brad pitt ist ein gestrenger und unberechenbarer vater für seine söhne. sean penn klettert übern berg und ein dino tritt einem anderen auf den kopf. im grunde nicht viel mehr story. ein sohn stirbt, seine mutter hinterfragt den sinn. wir erleben in phantastischen bildern die entstehung des universums, der welt und des lebens. wir [...]
The King’s Speech (2010)
ja, ein film über einen stotternden prinzen, der in den wirren der dreißiger jahre könig wird und sein stottern überwindet, weil es nämlich psychologisch begründet ist, an seiner autoritären kindheit liegt. wir erfahren die regeln am britischen hof und lernen churchill als bürgerlichen sympath kennen und den verrückten australier und angeblichen sprachtherapeuthen schätzen. viel hollywood, [...]
Filmkritik: Wojna Polsko-Ruska (2009)
dieser film trägt den unfassbar schlimmen deutschen titel “Schneeweiß und Russenrot”. nach einem buch von Dorota Maslowska, die auch selbst auftritt. worum gehts? mhm, schwierig zu sagen. jedenfalls um Silny (in den deutschen untertitteln Yobbi), der in seinen drogenphantasien überall die russenmafia vermutet, seine freundin verlässt ihn, er trifft eine zu junge frau und sein [...]
Prof. Boerne gräbt im Keller (Ladykillers, 2004)
Der Film der Gebrüder Coen ist ein Remake des gleichnamigen Films von 1955. Eine Bande um Professor G.H. Dorr, gespielt von Tom Hanks, gräbt sich im Keller einer gutmütigen alten Dame in den Tresorraum eines Kasinos und raubt die Einnahmen. Alles ist perfekt geplant und geht auch gut. Wenn nicht am Schluß die Alte alles [...]
Micmacs – Uns gehört Paris!
Jean-Pierre Jeunet sollten wir uns endlich mal merken: nach Delicatessen (1991), Die fabelhafte Welt der Amélie (2001) nun dieser film mit teilweise den gleichen schauspielern und vor allem Dany Boon (bekannt als Sch’ti). wahnsinnig grotesk, absurd. handlung, nebenehandlung, rückblenden. kuriose und liebenswerte figuren. dazu noch kritik an der rüstungsindustrie. komisch, albern, intelligent gemacht. es wird [...]
Vincent will Meer
toller film über drei unperfekte und ihre rolle in unserer gesellschaft. über den ausbruch aus ihren vorgezeichneten wegen und ein vertörendes, klischeehaftes und unerwartetes ende. mutig und federleicht und schön. manchmal etwas haklig und nervig in der story, aber gut gespielt. ein bisschen wie ein märchen.
I Kina spiser de hunde – In China essen sie Hunde (1999)
beeindruckender film über einen bankangestellten, der auf einmal böse wird (ein bisschen wie bei HUSMANN, 2008), mit seinem bruder eine bank überfällt, einen gefangenen befreit und leute abknallt. aus hehren motiven, aber brutal wie nur möglich. das ganze eingebettet in eine erzählende rahmenhandlung, die sich am ende jedoch geschickt in die geschichte verwirbelt. interessante idee. [...]
In the State of Pistolero – Hellride (2008)
Pistolero: Where’s Comanche? The Gent: He’s over there taking a piss. He doesn’t wanna get any dust on his dick. Pistolero: Something is rotten in the State of Pistolero boah, groß angekündigt als tarantino-film und hat der großmeister hier nur produziert. meh. so nicht, marketing-abteilung! jedenfalls geht es um biker, rache und gewaltexzesse und natürlich [...]
Filmkritik: Stichtag – Due Date (2010)
man muss due date / stichtag mit hangover vergleichen und damit enttäuscht sein. warum? hier haben wir einen klassischen road movie, dort hatten wir eine sauf-rekunstruktion. in beiden filmen spielt Zach Galifianakis einen eigenwilligen sensiblen einfallspinsel, der sämtliche weiteren hauptdarsteller verblassen lässt. in diesem fall robert downey jr., der hier einfach nur nervt, weil es [...]
Filmkritik: Maria, ihm schmeckt’s nicht! (2009)
witzige verfilmung von jan weilers buch (das ich nicht gelesen habe). über ein italienisch-deutsches pärchen, die im ausland (hier: italien) heiraten wollen. mit allelei (sprach-)verwirrung und klischees zu kämpfen haben (kennt man ja) und die ganze geschichte mit den gastarbeitern in deutschland nochmal aufrollen (bitter!). streckenweise platt, viel komik, aber auch nachdenkliches. solider deutscher film, christian ulmen spielt großartig und die anderen auch.
merkwürdige phänomene des alltags #5: berlinale
die berlinale interessiert mich ja so gar nicht und es erstaunt mich immer wieder, wie das die leute anzieht. jedes jahr aufs neue. wie sie anstehen für tickets und durch die stadt fahren, völlig abgenervt und übermüdet (man erkennt sie ganz gut an ihren taschen). wie radio eins nur noch ein thema kennt und es [...]
Filmkritik: Banksy’s Exit Through The Gift Shop (2010)
woweezowee. endlich mal gesehen und gar nicht mal so doof gemacht. mit dem fiktiven dokufilmer, der selbst zum streetartisten wird. mit den großen der szene, mit banksy selbst natürlich und kunstmarktkritik. nun könnte man dem großmeister geltungszwang und hybris vorwerfen ob soviel selbstbezogenheit. aber lassen wir das. hören wir lieber auf die taz: “So weitet [...]
Filmkritik: A Serious Man (2009)
tragisch, komisch, frustrierend: das leben des Larry Gopnik ist kein einfaches – der uni-dozent und reihenhäusler verliert frau und geld und dann noch den geliebten seiner frau. die kinder nerven, nehmen drogen und der nachbar schießt auf juden. das ist großartig, trocken, bitter, witzig, da kommt man aus dem staunen nicht mehr raus und ist [...]