Polizeiruf 110: Zapfenstreich (2010) – Reiter & Steiger

Bundeswehrcontent. Frau Steiger ermittelt wieder und hat einen neuen Kollegen mit dem sie sich auch gleich näher bekannt macht. Eine Soldatin wurde ermordet, frisch schwanger und zusammen mit einem Gemüsetürken. Dieser gerät schnell ins Visier der Ermittlungen und pöbelt rum. Diese Figur ist ein Schlag in die Fresse jedes Integrationsbeauftragten, aber was will man machen, Realität frisst Wunschvorstellung. Frau Steiger hat aber noch einen anderen Verdacht. Sie begibt sich auf Exkursion mit Hauptfeldwebel Melzer und seiner Truppe. Und der ist ein Sadist, Chauvinist und überhaupt unausstehlich. Klar, dass er da mit drin steckt. Und dann wird auch noch scharf geschossen und alle sind schmutzig im Gesicht.

Die Story befasst sich mit realen Skandalen in der Bundeswehr. Seltsame Initiationsrituale und sogar Alkohol soll es da geben. Und sadistische Vorgesetzte. Alles Humbug, das sind Taten Einzelner und überhaupt nicht repräsentativ für die Truppe, sagt man. Und so kommt dann auch der Polizeiruf rüber.

Wieauchimmer, ich mag keine Bundeswehr und auch kein Militär. Und den Polizeiruf fand ich oberflächlich und das ganze Rumgeballere war übertrieben.

[xrr rating=3/7]

Erstausstrahlung! +++ Link

Tatort: Vergissmeinnicht (2010) – Batu & Kohnau

hat den jemand gesehen? wie wars?

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  1. spannend. ohne die versprochene sex-szene, aber schoene wenn auch betruegerische liebesgeschichte. und komplizierte geheimdienstsache. hinterher wusste ich nicht mehr, ob nun jemand umgebracht worden ist. inzwischen ist mir aber wieder eingefallen, dass es ja diesen abschiedsbrief gab, der angeblich echt war. hatte ich nur trotzdem nicht geglaubt wegen den boesen. aber die boesen haben diesmal wohl gar nichts weiter gemacht als boese gewissenlos ihren konzern leiten.

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Tatort: Der Duft des Geldes (1999) – Stoever & Brockmöller

Ein kleines Stückchen deutsche Geschichte ist das. Es war 1996, da gab es ein großes Bohei um die T-Aktien1 – als Volksaktien2 wurden sie bezeichnet und von vielen Erst- und Kleinanlegern gezeichnet. Manfred Krug3 war damals die Gallionsfigur der Kampagne. Drei Jahre später – die Aktie legte performierte in der Zwischenzeit steil nach unten – korrigierte Herr Krug seine Meinung und legte einen sehr Anlegerfreundlichen Tatort aufs Parkett, dass die Dielen nur so knarrten. Es ging um einen pösen Unternehmer, der zweifelhafte Finanzanlagen vertickte. Und um einen Toten, dem ebendiese Anlagen geklaut wurden. Um eine durchtriebene Sängerin und ihren nervösen Manager und um die ukrainische Putzfrau und ihren spurlos verschwunden Freund. Alles sehr spannend, zugegeben. Aber die moralischen Kommissare nerven ein wenig, dauernd wettern sie gegen den Spekulanten, haben aber nichts in der Hand gegen ihn. Hetzen die Sachbearbeiterin aus der Abteilung Wirtschaftskriminalität gegen ihn und können am Ende nur zusehen, wie er selbst ohne blauem Auge davon kommt. Das realistische Bubenstück appelliert an die Vernunft und kann doch nichts gegen Betrügereien unternehmen.

Übrigens hat Manfred Krug 2007 öffentlich bereut:

“Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei allen Mitmenschen, die eine von mir empfohlene Aktie gekauft haben und enttäuscht worden sind.”4

Link5) +++ Erstausstrahlung: 29.08.1999

[xrr rating=5/7]


  1. wikipedia.org: T-Aktie []
  2. wikipedia.org: Volksaktie []
  3. wikipedia.org: Manfred Krug []
  4. stern.de: Krug entschuldigt sich bei T-Aktionären []
  5. daserste.de: Der Duft des Geldes (©NDR []

Tatort: Kaltes Herz (2010) – Ballauf & Schenk

hab ihn selber nicht gesehen – meinungen anyone?

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  1. wir haben mal wieder zeit verschwendet mit sozialkontakten. war bestimmt der beste tatort seit jahren. ich werde meine informanitin aushorchen.

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Tatort: Schneetreiben (2005) – Leitmayr & Batic

unerwartet gutes spiel um einen vater, der den grausamen tot seiner tochter nicht verkraftet (mal wieder!). schnell fällt der verdacht auf zwei privatiers. doch es fehlen beweise und vor allem eine verbindung zur toten und ein motiv. für unsere zwei münchner kommissare mit den komischen frisuren kein leichtes, aber sie halten sich gut. und meistern das rätsel mit bayerischem humor. dabei brauchen sie weder privatleben noch schlaf. das ende kommt ohne die übliche moral daher, es scheint sogar das böse obsiegt zu haben. zumindest triumphiert der stärkere snob über den schwächeren. auch selten. sehenswert.

Erstausstrahlung: 18.12.2005 +++ LINK

[xrr rating=5/7]

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  1. und ich habs voll verpasst. auf dem sofa vorm schwarzen fernseher gesessen und tintentod gelesen. wo ich doch inzwischen ein spezieller fan von leitmayr und batic bin…

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Tatort: Absturz (2010) – Saalfeld & Keppler

Ein Kind verunglückt bei einer Flugshow und der Vater verkraftet es nicht, beschuldigt den Piloten. Doch die Wahrheit liegt wie so oft im Dunkeln. Schuld ist wohl Schlamperei. Dann verschwindet der Veranstalter und liegt plötzlich tot im Citytunnel. Frau Saalfeld kennt den toten Jungen persönlich und ist betroffen, ermittelt irrational, macht Fehler. Ihrem Kollegen Keppler gefällt das gar nicht, es wird gestritten. Konsequenzen hat das keine. Ein Psychospiel mit den Nerven des Zuschauers. Am Ende gibts den üblichen Showdown mit Geiselnahme light. Immerhin wurde auf den SEK-Einsatz verzichtet. Ansonsten sind die Figuren doch arg überzeichnet: die dürre Frau des fülligen Veranstalters und Schwester des noch fülligeren fiesen Bruders. Der Architekten-Papa mit der Designerwohnung und dem Schmerz. Die liebende Oma des Saalfeld-Neffen. Die dickbrüstige und streichende Pilotenfrau. Figuren, ein bisschen wie im Kasperle-Theater.

Link +++ Erstausstrahlung!

[xrr rating=5.5/7]

KOMMENTARE

  1. wir waren etwas ratlos. gut war es nun wirklich nicht, eher viel schlimmer als du sagst. aber was ist eigentlich schiefgegangen?
    dass am ende mal die sowieso auch sonst im leben boesen (geldgierigen skrupellosen) die taeter sind, finde ich gut. ich will nicht immer nur opfertaeter sehen.
    und die idee mit der blutkonserve hat mir gefallen. gab ne tolle sauerei, und man wusste gleich, dass der vater sich nicht noch taetlicher am piloten vergreifen wird. es sei denn, der wuerde ihm blutige westen in den kofferraum legen.
    die zankereien zwischen den liebenden ex-eheleuten mag ich an sich, waren aber diesmal echt schwach.
    dem neffen konnte offenbar niemand ueberzeugend erklaeren, wieso er wie reagieren soll, das war alles sehr unglaubwuerdig.
    irgendwie wartete man die ganze zeit, schleppte sich von laenge zu laenge.
    sehr schoen war aber doch die flugschau mit dem clown und dem fahrrad und so. oder?

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    1. ja, klar, der Anfang. slow mo, dazu unpassende musik und ein flugzeugabsturz – das erzeugt beklemmendere stimmung als cobra-11-actionszenen – und spart produktionskosten. der blutverschmierte und deplatzierte clown – ganz groß.

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  2. Pingback: Tatort (BR): Schneetreiben (2005) – Leitmayr & Batic

Polizeiruf 110: Schatten (2010) – Schmücke & Schneider

Achherje. Unsere beiden Turbo-Ermittler schnaufen sich durch Halle, um einen Mord an einem Arzt aufzuklären. Mehr passiert eigentlich nicht. Ab und zu wird mal was aus der Saale gefischt und am Ende gibts den großen Bluff, um den Mörder zu überführen, weil doch die Beweise bis dato fehlen. Uff, da war dann selbst Anne Will spannender. Die beiden Ermittler hatten schon wesentlich bessere Fälle und sollten mal über Pensionierung nachdenken.

LINK +++ Erstausstrahlung

[xrr rating=2/7]

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  1. so viele sterne?! das war doch wohl unsäglich! dämliche dialoge. fürchterlich schlecht gespielt. besonders die vielen bösen. aber auch zum beispiel der mann, der die leiche aus dem wasser zieht. mies bis ins detail.

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    1. ok, hast ja recht. hab’ es mal nach unten korrigiert. wir sind ja demokratie hier.

      aber wie kommts, dass bei euch polizeiruf läuft?

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      1. na ja, war halt sonntagabend, und das lief nunmal. eigentlich wollten wir nicht. aber es gab ja neulich diesen einen richtig tollen polizeiruf, und da dachte ich, man soll ja auch keine vorurteile haben. soll man aber vielleicht besser doch. wird schon seine gründe haben, dass weder tatort-fundus noch die tatort-abteilung der ard auch nur erwähnen, wenn ein polizeiruf läuft…

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  2. Mensch, ich weltfremde. Ich habe seit — 8 Wochen nicht mehr ferngesehen — zumindest nicht zuhause. Einmal Nachrichten (kurz), zwei Fußballspiele (was man nicht alles tut), das war’s. Merkwürdigerweise fehlt mir aber nicht wirklich was.

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    1. kann ich nachvollziehen. und fernsehen wird auch in zukunft weiter an relevanz verlieren. beziehungsweise wird es sich irgendwann ins netz verlagern.

      wo man dann tatort guckt, ist doch eigentlich egal. es fehlen zur zeit nur die endgeräte, die beides können – computer und filme in anständiger qualität.

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Tatort: Tod auf dem Rhein (2010) – Odenthal & Kopper

Seltsames im Rennfahrermilieu. Während dicke Autos auf dem Hockenheimring ihre Runden drehen, ermitteln Odenthal und Kopper in der Boxengasse. Und decken dabei Unglaubliches auf. Oder doch nicht. Jedenfalls ist einer tot und unsere beiden Spürnasen können den Kreis der Verdächtigen bald einengen. Und dann wird auch noch der Wunder-Laptop geklaut. Da steht nämlich drin, wie man sein Auto schneller macht. Das wars auch schon an Highlights. Achso, und als Soundtrack gabs Die Toten Hosen mit Campino.

Gehts vielleicht noch ein bisschen quälend langweiliger?

LINK +++ Erstausstrahlung

[xrr rating=3/7]

Tatort: Undercover Camping (1997) – Stoever & Brockmöller

Auch wenn ich dereinst Hässliches schrob: Die beiden waren doch große Klasse. Diesmal wurde ein Toter auf dem Campingplatz gefunden und Stoever unterbricht seinen Englischkurs um Undercover als Dauercamper zu ermitteln (Tarnname: Paul R. Gründel). Dabei dringt er tief in die Abgründe des menschlichen Spießbürgertums vor, passt sich aber schnell an und verzaubert die richtigen Camper und den Zuschauer mit seinem unverwechselbaren Charme und seinem Geklimper.

Höhepunkt dieser Folge, als Stoever der besoffenen Sofie die Welt erklärt:

Was man sich wünscht, das kriegt man nicht. Und die Zeit vergeht immer schneller. Sofie – was ist das Leben? Das Leben ist ein Caravan ohne Räder. Wir sind alle Dauercamper in der Prärie unserer Träume.

Dazu dieser typische selbstzweifelnde Manfred Krug-Blick – unbezahlbar.

LINK +++ Erstausstrahlung: 02.11.1997

[xrr rating=6.5/7]

Tatort: Dagoberts Enkel (1999) – Ritter und Hellmann

Der erste Fall für das Duo Ritter und Hellmann (gespielt von Stefan Jürgens!), da werden Post-Filialen in Berlin bebombt, eine Frau stirbt und Ritter macht den Geldkurier. Dabei sieht man allerhand Berlin. Und obwohl der Tatort erst zehn Jahre alt ist, wirken Autos, Ausstattung, Klamotten und Technik merkwürdig antiquiert.

Der Fall selbst ist jetzt nicht so der Hammer, aber immerhin sehenswert. Und Ritters Rolle hat sich seitdem nicht großartig geändert: Viele Zigaretten, Alkohol und Frauengeschichten.

Link +++ Erstausstrahlung: 25.07.1999

[xrr rating=4/7]

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Tatort: Mörderspiele (2004) – Thiel & Boerne

etwas verwirrendes kammerspiel um eine tote im see und ohne kopf. die parallelen zu einem mord aus den fünfzigern sind frappierend. ein ukrainer identifiziert seine frau. kurze zeit später hängt die nächste leiche am rathaus, lieblos verhüllt in müllsäcke, dafür aber mit kopf.

und auf einmal werden alle von ihrer vergangenheit eingeholt, münster ist klein, jeder kennt jeden und einige haben noch alte rechnungen auf, auch die frau staatsanwältin. die spuren führen zu einem bauernhof. boerne vermittelt auf eigene faust und sieht am ende ziemlich kaputt aus. thiel versteht gar nichts, dafür schlägt er sich aber gut durch den münsterschen inzestmorast.

insgesamt gut gemachter und gespielter tatort, manchmal nicht ganz logisch, aber muss ja nicht immer.

LINK +++ Erstausstrahlung: 25.04.2004

[xrr rating=6/7]

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  1. die stories sind bei den muensteranern ja oefter mal nicht so schluessig. ich fand diesen auch mal wieder einen der besser gespielten. ungewoehnliche szenen, zum beispiel die besprechung mit den sehr vielen leuten. auch sehr gut die staatsanwaeltin.

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Tatort: Königskinder (2010) – Lürsen & Stedefreund

hab ihn selber nicht gesehen, nur kurz den anfang. deswegen mal bitte in die kommentare eure meinung. aufgefallen ist mir nur, dass frau lürsen am anfang verletzt wurde, genau wie frau lindholm. und sonst so?

Link +++ Erstausstrahlung!

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  1. in diesem fall haben sie die verletzung nicht benutzt, um die kommissarin total unvernuenftig trotzdem alles allein durchkaempfen zu lassen wie sonst immer, sondern um sie richtig gluecklich zu machen. so darf sie mal ne ganz andere rolle spielen. sie sieht jetzt alles ganz locker und verliebt sich auch noch in ihren arzt. schoen.
    total unlocker geht es dagegen auf der taeter- und opferseite zu. die sind alle schlimm ineinander verstrickt, jeder will jeden umbringen und macht das dann auch so ziemlich.

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Tatort: Vergessene Erinnerung (2010) – Lindholm

ein bisschen undurchschaubar, irgendwie waren drogen im spiel. und ständig wurde jemand erschossen. und frau lindholm vernachlässigt aufs sträflichste ihr kindchen und lässt den armen martin nicht lesereisen.

ganz am anfang denkst du noch: boar, das wird jetzt aber psycho. weil voll die effekte und erscheinungen. denn du musst wissen, frau lindholm fährt gegen die alte eiche und der kopp ist ein bisschen angeknackst. aber denkst du, sie bleibt im kankenhaus? nee, die haut da ab und zurück zu den dorfies und ermitteln. bis einer umgebracht wird. und noch einer und immer so weiter.

kann man mal machen. nette idee. unterhaltsam, sicher. aber immer wieder die geschichte der wurmstichigen dorfgemeinschaft, das wird auf dauer auch langweilig.

die presse vor ort weiß mehr:

Nie zuvor wurde ein Tatort im Landkreis Ammerland und in umliegenden Gemeinden gedreht. „Vergessene Erinnerung“, so der Titel des 755. Tatorts, wurde im Juni/Juli vergangenen Jahres in Westerstede, in Bad Zwischenahn sowie in Bockhorn und Varel im Auftrag des NDR produziert. Dabei lässt das Drehbuch den genauen Ort der Geschichte allerdings offen, erzählt wird von dem fiktiven Ort „Volsum“. Während der vierwöchigen Dreharbeiten war Maria Furtwängler im Zwischenahner „Jagdhaus Eiden“ untergebracht. (nwz online)

Link +++ Erstausstrahlung!

[xrr rating=4/7]

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    1. na den drogendealer. aber hat sie ja nicht, sie ist ja rechtzeitig abgebogen und gegen den baum. außerdem war der schon fast erschossen, wär sie also besser gegen den statt gegen den baum, aber konnte sie ja nicht wissen.

      aber warum hat der gute alte nach acht jahren plötzlich die bösen großen halbbrüder bestraft?

      den anfang mit den schwankenden bildern fand ich richtig gut.

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      1. stimmt. der mann im moor.

        und: der anfang war richtig gut, der stil wurde dann aber leider aufgegeben. wahrscheinlich weil die wirkung der drogen(?) vorüber war.

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Tatort: Hilflos (2010) – Kappl & Deininger

weil der johannes mal dem tobi seine brotbüchse vollgeschissen hat, dreht der nun durch. oder, mit mehr wörtern:

In der Ambivalenz des vermeintlichen Täters liegt die Irritation, die psychologische Feinheit des Films. Denn der Verdächtige mit der kalten Aura wurde jahrelang von seinen Mitschülern gemobbt und misshandelt, er gibt sich als böser Wolf, entpuppt sich als Opferlamm um dann zum Rächer zu werden, besessen vom Gefühl der Macht. (stern.de: “Jugend ohne Gott”)

und bild sagt:

„Hilflos“ verwandelte sich dadurch von einem klassischen „Tatort“ in einen spannenden Psychothriller unter Gesamtschülern! (bild.de: “So spannend wie ein Psychothriller!”)

naja. geht so. gab schon besseres. der tobi war vielleicht gut gespielt, aber irgendwie unpassend. die mutter vom johannes und das ganz in weiße upper-class haus war viel gruseliger und mitschuld an allem, möchte man meinen. und warum wurden die eltern vom tobi und vom david nicht thematisiert. sind sie etwa schuldlos an allem? mobbende und gemobbte schüler wachsen ja nicht isoliert auf. die ganze story passte irgendwie hinten und vorne nicht und unsere beiden saar-kasper waren komplett überfordert mit der situation. setzen, fünf, das könnt ihr besser.

einziger höhepunkt: kappls ansage an den ehemaligen sportlehrer, ganz groß!

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[xrr rating=4/7]

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  1. der tobi hatte ueberhaupt keine kalte aura. und ich bin nicht ganz sicher, ob er gut gespielt war. kapier ich alles nicht. der wirkte so gar nicht wie zahnspange. auch nicht wie ein kindchen, dem man kuchen geben will. eher total weggetreten.

    das sehr saubere haus fand ich auch am besten. [irgendwie glaube ich aber nicht, dass der sohn johannes hiesz. jonathan vielleicht? oder noch anders. und er war das nicht mit der brotdose. aber egal.]

    dass die ganze klasse nichts gesagt hat, war irgendwie seltsam, aber ne bestimmte atmosphaere kam damit nicht rueber, obwohl das bestimmt sollte.
    ziemlich abstrus auch annalena, die zwar zusieht, wie tobi dem david einen blasen muss, weil david ihr einen liebesbrief geschrieben hat, dann aber bluemchen hinlegt, wo ihr freund den david umgebracht hat. auch komisch uebrigens, dass david nicht will, dass tobi weiterhaut, aber ihn dann doch dabei weiterfilmt.

    nee, also, da war nix glaubwuerdig.
    auszer vielleicht die ueberforderung der kommissare, zumindest an manchen stellen.

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Tatort: Der Polizistinnenmörder (2010) – Blum & Perlmann

was für eine aufregung! der pöse waffenhändler wollte doch nur seine ruhe. dabei ging alles schief, was nur schief gehen kann: eine polizistin wurde erschossen bei seiner flucht, die überführung aus der schweiz wird zum drama und am ende sind frau blum und der schweizer mit ihrem gefangenen alleine im zugeschneiten nirvana. irgendwo im präsidium muss der maulwurf sitzen, der alles an die schurken verrät – nur wer ist es?

ein hochspannendes kammerspiel ist es geworden. mit einigen schwächen, klar. aber spannend. und für sonntag abend genau das richtige.

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Polizeiruf 110: Klick gemacht (2009) – Papen & Steiger

Der einzige und letzte Polizeiruf mit Kriminalhauptkommissar Friedrich Papen, gespielt vom inzwischen verstorbenen Jörg Hube. Ein gut gemachtes Lehrstück über Verantwortung und Gehorsamkeit. Mit leider aktueller Brisanz: In Afghanistan sterben bei einem Anschlag drei Soldaten, der Untersuchungsbericht kann keine Ungereimtheiten erkennen. Nur ein paar Unverbesserliche, die dabei waren wollen die Wahrheit herausfinden und entführen den damals Verantwortlichen und stellen ihn auf eine Tretmine im bayerischen Wald. Nimmt er seinen Fuß runter, wird die hochgehen. Derweil ermittelt Papen zusammen mit Frau Steiger von der Bundeswehr unter Hochdruck, denn lange hält ein Mensch das nicht aus auf so einer Tretmine. Nicht mal ein Elitesoldat. Die Frauen der Opfer werden befragt und es tun sich Abgründe auf. Die Soldatin wird gezwungen, ihr Bild von der Truppe zu überdenken. Schnell geht es nicht mehr nur um die Tretmine, sondern vor allem um die Ereignisse des Anschlags. Und am Ende war es dann doch ganz anders.

Zu einseitig, zu plakativ, könnte man den Machern vorwerfen. Denn es ist Krieg und da gehört Sterben nun mal dazu. Wird auch mehrmals im Film gesagt. Und Vertuschung von folgenschweren gehört wohl auch nicht zum Alltag in der Bundeswehr. Oder zumindest werden sie schnell aufgedeckt, wie auch die jüngsten, realen Ereignisse zeigen. Zieht man diese fiktive Ebene ab, bleibt trotzdem ein spannender und gut gemachter Film übrig.

Was ich aber noch wichtiger finde: Dass sowas zur besten Sendezeit thematisiert wird. Denn Redebedarf besteht auf jeden Fall. Das zeigt auch, dass die Regierung offiziell von Krieg spricht, und nicht so heuchlerisch von Friedenseinsatz, wie das Rot-Grün tat. Aber es müssen Taten folgen. Ob das nun ein sofortiger Abzug sein muss, weiß ich nicht. Vielleicht. Oder vielmehr: es gibt keine Alternative. Denn eine Besatzung bleibt eine Besatzung, egal aus welch’ hehren Zielen sie erfolgt. Und Besatzte werden sich immer gegen die Besetzer wehren. Zumal hier verschiedene Kulturkreise aufeinander treffen, das verschärft die Situation noch.

Einziger Wermutstropfen (der auch in der aktuellen Diskussion fehlt): Die Auswirkung von Krieg und Besatzung in Afghanistan. Zugegeben, das hätte den Rahmen gesprengt, hier ging es um die Heimatfront, um Frage, wie ein Land und die Familien mit toten Soldaten umgehen. Denn egal wie weit weg der Krieg stattfindet, es ist Krieg und da sterben Menschen auf beiden Seiten.

Link +++ Erstausstrahlung!

[xrr rating=6/7]

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  1. Endlich mal wieder richtig gut, nach unendlich viel Sonntagabendfrust: im Großen und im Detail; die Schauspieler, die Story, die Regie. Beeindruckend.
    Vor allem aber auch: Trauer um Jörg Hube, von dessen Tod ich erst heute erfahren habe.

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    1. ging mir genauso. seine figur war sympathisch, nicht zu egozentrisch und klug. und vor allem: gut gespielt. da wären sicher noch einige bessere filme bei rausgekommen.

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  2. ich fand ihn auch sehr gut. und superspannend. wir saszen eigentlich noch da und ueberlegten, ob wir ueberhaupt wirklich einen polizeiruf gucken wollen, da war er auch schon vorbei und keiner von uns war auch nur einen moment vom fernsehen losgekommen.
    ganz toller kommissar, mit dem haette ich mir wirklich auch alle weiteren folgen angesehn. sehr schade.
    seine mitermittlerin von der bundeswehr fand ich auch sehr gut. aber das ende zu eindeutig: die guten gehn zur polizei, und bei der armee bleiben nur die gewissenlosen? komische loesung. schrecklicher vater aber, hoechste zeit, dass sie von dem wegkommt.

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  3. Ja, ich war auch erstaunt, dass ein Sonntagskrimi sich dieses Themas annimmt. Sonst kommt es möglichst nach Mitternacht, oder wird, wenn “schon” für 22 Uhr vorgesehen, kurzfristig abgesetzt, wie neulich im WDR.
    Mir wurde dabei eines schlagartig klar: wie der Oberleutnant am Schluss immer murmelt “man muss doch Befehlen gehorchen”. So hatte es mal bei uns in einem Podiumsgespräch ein General gesagt: “Wir sind Soldaten, wir gehorchen. Wir sind eine Parlamentsarmee, wir führen aus, was der Bundestag uns befiehlt”. Sind sich die Bundestagsabgeordneten eigentlich klar, dass sie den Befehl zum Töten und Sterben geben? Dass sie die Verantwortung für Menschenleben haben?

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  4. Ein hervorragend recherchierter und authentischer Krimi. Ich habe die Handlung und einige Screenshots integriert in meinen Diskussions-Text “Frauen in Uniform.” (siehe meine Homepage unter “Aktuelles”. Meinungen sehr erwünscht.

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Tatort: Traumhaus (1999) – Stoever & Brockmöller

über die beiden hatte ich mich ja schon mal aufgeregt. jeder weitere tatort kann das nur bestätigen. diesmal geht es um einen toten reporter im wald, um einen schlitzohrigen bauunternehmer, einen gewieften bürgermeister und um den vom pech verfolgten familienvater (in dieser rolle glänzt ulrich mühe – respekt).

zehn jahre hat dieser tatort erst auf dem buckel und doch wirkt er merkwürdig antiquiert, wie aus einer anderen zeit. zwar gibt es schon computer und handys und autos und telefone. dennoch, so richtig atmosphäre will nicht aufkommen. ich bin mir aber nicht so sicher, woran das eigentlich liegt.

Link +++ Erstausstrahlung: 30.05.1999

[xrr rating=4/7]

Tatort: Engel der Nacht (2007) – Blum & Perlmann

frau blum entdeckt ihre mütterliche seite, als sie auf den sohn des ermordeten aufpasst. aber nicht nur, dass er jede nacht schlafwandelt. dazu büchst er auch noch jede nacht aus. frau blum wird vermöbelt vom pösen osteuropäern und perlmann flachst rum, diesmal hat er aber keine zeit für frauengeschichten. in konstanz und umgebung tauchen in letzter zeit exotische tiere auf, ganz großartig: ein gürteltier läuft durchs bild. und am ende wars dann ganz anders als gedacht.

netter tatort. aber bei den beiden steckt mehr drin. es fehlt beiden an substanz, an backround. alles wirkt so halbfertig und steril.

Link +++ Erstausstrahlung: 09.04.2007

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Tatort: Schweinegeld (2009) – Ritter & Stark

kaum ist der bart ab, da gibts auch schon eins auf den hinterkopf: kollege ritter liegt im krankenhaus und stark und weber ermitteln im subsubunternehmersubventionierungssumpf. die hintergründe erinnern leicht an marina lewyckas “caravan”. diesmal hats den fleischkönig erwischt, kurze zeit später verkauft der sohnemann firmenanteile an die pösen ukrainer und die bulgaren sind plötzlich alle weg. welche rolle spielt die exfrau und mutter, warum ist die chefsekretärin die putzfrau von letzter woche und warum sieht gammelfleisch so verlockend frisch aus? viele fragen bleiben unbeantwortet bei diesem berliner tatort. und ganz eigentlich gehts ums rauchen: der juniorchef kaut nikotinkaugummis, um am ende wieder zu quarzen und den nervösen strohmann sieht man nur mit zigarette. was wollen uns die drehbuchschreiber damit sagen? und: ist der pathologe wirklich neu oder hat er sich nur erfolgreich versteckt in vergangenen folgen? es bleibt spannend bis zum nächsten mal. dann ist ritters bart hoffentlich wieder nachgewachsen und der kopf verheilt.

Link — Erstausstrahlung!

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Tatort: Tempelräuber (2009) – Thiel & Boerne

Die taz schreibt:

Mächtig prangt in diesem Kleruskrimi das Kreuz über den armen Menschen, die lautlos im Verborgenen ihre Sehnsucht nach Nähe, Liebe und Körperlichkeit stillen.

Man darf gespannt sein, nur noch wenige Stunden…

Schöner Münsteraner Tatort im religiösem Milieu, die Story erinnerte stellenweise an Wolf Haas’ Silentium! Thiel hatte alle Hände voll zu tun und Boernes Hände waren eingegipst, nur helfen lassen wollte er sich nicht. Klar, dass es da zu Streit kommt, da geht auch schon mal die Geige kaputt. Alberich hat sich endlich mal gegen ihren Chef aufgelehnt, das wurde langsam mal Zeit. Ansonsten: viel Witz und ein unerwartetes Ende, mehr will man doch gar nicht am Sonntag Abend! Vielen Dank, wir ziehen unseren Hut, Herr Thiel!

Erstausstrahlung! — Link — LinkLink

[xrr rating=6/7]