Bücher
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Matthias Praxenthaler:
Das weiße Känguruh
Billy, der Held des Romans, wächst (wie Praxenthaler selbst) in Troisdorf auf. Will aber auf gar keinen Fall ins väterliche Geschäft einsteigen, baut sich lieber die alte Datsche aus und macht seinen Zivi. Weil er dann immer noch nichts mit seinem Leben anzufangen weiß, studiert er erstmal. BWL. Sieht jemand Parallelen? “Er hatte die groben [...]
Horst Evers:
Großer Bahnhof (Hörbuch)
Viele Geschichten aus Für Eile fehlt mir die Zeit -aber nochmal ein Tick lustiger, weil vom Meister selbst gelesen. Wunderbar auch die Zwischenreferenzen auf andere Geschichten. Skurril bis albern, aber immer wunderbar und Evers-typisch erzählt. Da macht das Rezensieren keinen Spaß, dafür aber das Anhören um so mehr.
Heinz Strunk:
Die Zunge Europas (Hörbuch)
man muss heinz strunk schon mögen, um das ganz hörbuch durchzuhalten. brachialer, derber und oft auch fäkaler humor trifft dialektik. wortgewannt und erstaunlich realistisch erzählt er eine woche aus dem leben von markus erdman, einem eher mäßig erfolgreichen gagschreiber für comedians. und dazwischen immer wieder weisheiten des lebens, kritik am fernsehen, am pöbel, an der [...]
Jonathan Coe:
Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim
Ich hatte gerade fünfundzwanzig Pfund gegen zwei Riegel Schokolade eingetauscht. Hatte ich – wie alle anderen auch – total den Blick für den Wert der Dinge verloren? ein mann wird verlassen von frau und tochter und gerät in einer depression. besucht seinen vater am anderen ende der welt. stüzt sich in einen neuen job, fährt [...]
Axel Hacke:
Der weiße Neger Wumbaba: Kleines Handbuch des Verhörens
ja, nett. hacke hat gesammelt. leserzuschriften, die ihm witzige verhörer aus ihrer kindheit oder aus dem bekanntenkreis geschickt haben. mehr ist aber nicht.
Michael Gerber:
Barry Trotter und die schamlose Parodie
seit ein paar monaten ist nun auch endlich harry potter bei uns in der vorlese-rotation (aktueller stand: kurz vor ende des zweiten bands). ich habe mich ja lange dagegen gewährt, aber was lange währt…
gar nicht mal so doof, die frau rowling und ihre bücher. allerdings finde ich immer noch, dass es kinderbücher sind. mir fehlt da ein wenig tiefgang und ausgefeiltere charaktere, aber meine meinung und vielleicht habe ich ja aufgrund des hypes auch zu viel erwartet. spannend ist es allemal.
Max Goldt:
Ein Leben auf der Flucht vor der Koralle (Hörbuch)
äh, nunja. goldt spricht beide rollen in diesem interview-hörspiel. einen interviewer und eine abgehalfterte diva mit knicken in der biografie. das kann lustig sein und unterhaltsam, ist es auch stellenweise, aber meist dümpelt es so vor sich hin, ohne biss und langweilig.
Hans Christoph Buch:
Wie Karl May Adolf Hitler traf. Und andere wahre Geschichten
Naja. Teilweise fiktive Geschichten von Begegnungen mit den großen Diktatoren des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit dabei Stalin, Hitler, Pol Pot, Castro und Che. Das ist maximal unterhaltsam, mehr aber nicht. Eher eigenwillig, weil man nie weiß, was Realität und was ausgedacht ist. Dass es sich so zugetragen haben könnte ist immer wahrscheinlich. Dass sozialistische Staaten ihre eigene Dialektik und verworrene Logik hatten: klar. Aber ein ganzes Buch dazu und dann mit so einem reißerischen Titel? Unnötig. Unausgewogen und Zeitverschwendung.
Chuck Palahniuk:
Fratze
Komisches, verstörendes Buch vom Fight Club-Autor. Einem erfolgreichen Model wird das Gesicht weg geschossen, nun zieht sie durch die USA zusammen mit einer Drag Queen und einem Schönling. Sie klauen Medikamente und konsumieren sie. Das alles mit Rückblenden und Vorgriffen und am Ende ist alles ganz anders. Es gibt keine Stereotypen, es gibt nicht mal Meinungen. Alles wird über den Haufen geworfen. Und dazu kluge Sprüche. Ein bisschen wie bei Coupland:
Weil wir so in unserer Kultur gefangen sind, in unserem Dasein als Menschen auf diesem Planeten, ausgestattet mit einem Gehirn und mit denselben zwei Armen und Beinen wie jeder andere.
Christoph Maria Herbst, Stefan Zweig:
Schachnovelle (Hörbuch)
gehört während ich das wohnzimmer strich – körperliche tätigkeiten im haushalt sind wirklich die einzigen momente, in denen ich mich voll und ganz auf ein hörbuch konzentrieren kann – und immer noch begeistert. sowohl die geschichte und ihr aufbau sind großartig, mehr dazu bei wikipedia – die hörbuchfassung mit christoph maria herbst ist auch toll. [...]
Bela B, Maarten Keulemans:
Exit Mundi: Die besten Weltuntergänge (Hörbuch)
nachdem wir schon öfters mal vom weltuntergang berichteten: das passende hörbuch. der niederländische autor Maarten Keulemans hat mal aufgeschrieben, welche möglichkeiten es gibt und bela b liest vor. das klingt spannend, ist aber im grunde ziemlich langweilig. blabla, die wissenschaft hat ausgerechnet, soundsoviele nullen und in übzigilliarden jahren und überhaupt, der mond nährt die sonne mit eruption und am ende fallen wir alle ins schwarze loch. auch der meier maier maya-kalender ist dabei, der ist nämlich am 21. Dezember 2012 zuende und demzufolge geht eben die welt unter. plopp.
Gregor Seberg, wolf haas:
Auferstehung der Toten (Hörbuch)
viel zu schnell zu ende! dabei geht es eigentlich weniger um den fall. vielmehr um die kleinen nebensächlichkeiten, die abschweifungen, die wilden gedanken von privatdedektiv simon brenner. diesmal muss er den mord an zwei amerikanern lösen, alles nicht so einfach, die österreichische provinz ist ein harter fall. da kann man nichts machen. gelesen von haas [...]
Nassim Nicholas Taleb:
Der schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse (Hörbuch)
interessanter ansatz, ein wenig zu verkrampft die analogie mit dem schwan, aber wie sonst sollte man anschaulisch ereignisse erklären, die plötzlich und unerwartet eintreten, aus der rückschau aber total logisch erscheinen? viele beispiele, viele erklärungen, stellenweise ein bisschen zu langatmig, aber kein trockenes sachbuch. man sollte sich aber schon konzentrieren beim hören, es lohnt sich. [...]
Esther Kinsky, Mariusz Szczygiel:
Gottland: Reportagen
Ein Pole schreibt über die tschechische Seele, über die Geschichte und die Menschen – kann das gut gehen? Es geht. Eine Sammlung wirklich großartiger Reportagen. Auch wenn gleich die erste Reportage über Bata mehr oder weniger abgeschrieben ist von Egon Erwin Kisch1 – immerhin hat er sie durch eigene Nachforschungen ergänzt. Aber dann geht es [...]
John Madison:
Nothing For UnGood: Deutsche Seltsamkeiten aus amerikanischer Perspektive
lustig: die übersetzerin Petra Trinkaus mischt sich oft per fußnote ins buch ein und korrigiert ihn – hahaha! ansonsten kurzweilige unterhaltung, sprachverwirrungen, kulturelle unterschiede, alles nicht neu, aber erfrischend und lustig. kann man lesen.
Nouriel Roubini, Stephen Mihm:
Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft: Crisis Economics
solide analyse der jüngsten wirtschaftskrise inklusive mehreren gründen und auswirkungen. also keine platte hass-tirade auf korrupte investment-banker, sondern differenziert, streckenweise dafür aber langatmig, kann man nix machen, das thema ist ganz schön komplex und trocken. wer sich durchkämpft kann noch was lernen. dass es kein allheilmittel gibt und jede scheinbar gelungene rettungsaktion auch kehrseiten hat. [...]
Volker Pispers:
… Bis Neulich 2010 (Hörbuch)
Aktualisiertes Programm, Bitterböses gemischt mit flachen Kalauern, aber meist witzig und eher nachdenklich. Das Lachen der Menschen nervt ein bisschen bei diesem Mitschnitt, ansonsten gute Unterhaltung. Ob Kabarett die Welt retten kann, bleibt fraglich.
Rotraut Susanne Berner:
Frühlings-Wimmelbuch, Sommer-Wimmelbuch, Herbst-Wimmelbuch, Winter-Wimmelbuch
die wimmelbücher von frau berner sind genial, da haben auch erwachsene ihren spaß beim suchen. alle vier bücher erzählen geschichten aus einer stadt mit immer wieder den selben einwohnern, nur zu unterschiedlichen jahreszeiten. großartig, es gibt immer wieder neues zu entdecken.
Horst Evers:
Für Eile fehlt mir die Zeit
da hab’ ich dann doch eine ganze weile für gebraucht. man muss horst evers einfach lesen oder hören oder sehen, da kommt man nicht vorbei. seine gedankensprünge sind großartig. ob er im wahren leben auch so faul und müde ist? wohl kaum, da könnte er nicht diese geschichten schreiben, sondern würde alles verschlafen. in früheren [...]
Dave Eggers:
Ihr werdet noch merken, wie schnell wir sind
ihr freund ist bei einem autounfall ums leben gekommen, also machen sich die beiden auf weltreise, denn es gibt eine menge geld zu verschenken und den tod zu verarbeiten. zwei amerikaner in afrika und osteuropa – das wäre schon ein buch für sich. voll mit kulturenclash und erwachsenwerden, prostitutierten, (angenommener) armut und jetleg. aber da [...]
David Friedman:
Der ökonomische Code. Wie wirtschaftliches Denken unser Handeln bestimmt.
Die Mutter aller populärwissenschaftlichen VWL-Bücher. Fundiert, verständlich, dabei selten oberflächlich. Manches wird ein bisschen zu derb verwissenschaftlicht, aber das geht nicht anders. Um dieses Buch kommt man nicht rum, wenn man sich mit der Materie auseinandersetzt. Ersetzt kein Studium, erspart einem aber so manche langweilige Vorlesung.
Haruki Murakami:
1Q84
Mein erster Murakami und gleich so spannend, vielschichtig. Unaufgeregt erzählt er die Geschichte zweier Menschen, die Geschichte einer Sekte und dazwischen Literatur, Musik und Kultur!
Frank Goosen:
Radio Heimat: Geschichten von zuhause
mein erstes richtiges ebook, war ganz ok. ein paar wirklich gute begebenheiten und viel lokales aus dem ruhrgebiet. viel kindheit und jugend in den siebzigern und achtzigern. erfrischend, mal nicht über berlin zu lesen.
Joel Best:
Tatort Statistik: Wie Sie zweifelhafte Daten und fragwürdige Interpretationen erkennen
naja, nicht so der große wurf. zu oberflächlich, maximal eine kurze zusammenfassung. da gibt es bessere bücher zum thema. erwähnt seien hier die veröffentlichungen von walter krämer.
Thilo Sarrazin:
Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen
gut, ich habe es geschenkt bekommen. war es bosheit oder nur böse absicht? wieauchimmer. ich stelle mir herrn sarrazin als sehr unglücklichen menschen vor. was hat die welt ihm nur angetan? ohne rhetorisches und buchschreiberisches geschick steht er plötzlich im rampenlicht und ätzt jeden an, der sein buch nicht gelesen hat. dabei ist gar nicht [...]
Oliver Uschmann:
Wandelgermanen. Hartmut und ich stehen im Wald
letztens noch in berlin, jetzt in der schwäbischen provinz. hartmut kauft ein haus für 8.000 euro auf ebay, dementsprechend sieht es aus. und muss renoviert werden. die frauen flüchten. nebenan wohnen verrückte germanen und paramilitärs. sämtliche amtsgeschäfte erledigt ein einziger beamter und der restaurator kommt, wann er will. feine unterhaltung mit einigen richtig guten höhepunkten. [...]
Tina Veihelmann:
Aurith – Urad: Zwei Dörfer an der Oder / Dwie wioski nad Odra
Zwei Dörfer im brandenburgischen outback, vor dem Krieg waren sie mal ein Dorf, getrennt durch die Oder. Jetzt sind es zwei Dörfer mit kaum Kontakt zueinander. Daran wollte Frau Veihelmann mit ihrem Buch nichts ändern, sondern nur die Geschichten erzählen. Ohne Vorwürfe, ohne große Politik, nur die Geschichten der Menschen. Dass die Dörfer sich nun [...]
Oliver Maria Schmitt:
AnarchoShnitzel schrieen sie: Ein Punkroman für die besseren Kreise
fuck! eine bande mittdreißiger wessis, altpunks fahren in den wilden osten und erleben abenteuer. dazwischen liedtexte und die geschichte des punx. muss man gelesen haben. vielleicht nicht unbedingt weltliteratur, aber genial. allein schon wegen der details, der wörtlichen rede. ach, lest es selbst.
Cory Doctorow:
Little Brother
ein tolles buch. ein bisschen zu science fiction, aber dafür mit ganz viel technischem know-how. und sicherheit und privatsphäre und staatlichem terror. die story ist vielleicht zu eindimensional, der protagonist zu sehr script-kiddie, dafür aber verliebt. auch lustig: kalifornien schmeißt die heimatschutzbehörde raus, journalisten enthüllen und kids benutzen gecrackte xboxen. hach. HINWEIS: das englische ebook [...]
Bernard von Brentano:
Berliner Novellen
in drei kurzgeschichten erzählt er die hintergründe von polizeimeldungen (“Rudi”), erzählt von der armut im berlin der 20er, von den sorgen und hoffnungen und klingt dabei ganz anders als döblin.