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Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex (Hörbuch)

endlich wieder ein guter evers, mit vielen querverweisen zwischen den storys. das ist ja überhaupt das gute an den büchern: obwohl abgeschlossene geschichten, gibt es immer wieder überraschende momente, änderungen der perspektive, der erzählweise. verzerrte wahrnehmung und darstellung des alltäglichen ist evers große stärke. mit dem vorliegenden band ist es ihm wieder gelungen, unbedingt das hörbuch hören.

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Alles außer irdisch (Hörbuch)

evers

Seit Jahren mag ich alles von Horst Evers, sein König von Berlin war super, die Kurzgeschichtensammlungen sowieso. Aber dies hier? Ich hörte das Hörbuch – er liest selbst vor. Es lässt mich ratlos zurück, was war das? Ein Roman über Zeitreisen, Außerirdische, aber vor allem über das Berlinische und allzumenschliche im Universum – mieser Nahverkehr, Abofallen, Schluffigkeit, Finanzsystem – die großen Themen verwurstet in einem komplexen Plot mit teilweise wahnwitzigen und absurden Figuren, Handlungssträngen, Einschüben. Bei Science Fiction bin ich über Douglas Adams nicht hinausgekommen, daher kann ich leider mit diesem Evers auch nichts anfangen. Obwohl natürlich einige Ideen schlichtweg genial sind, aber reicht das für einen Roman?

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Der König von Berlin

ja, das ist gut. keine sammlung von kurzgeschichten, ein ganzer roman diesmal. mit einem kommisar aus niedersachsen, der in die harte welt des berliner verbrechens versetzt wird und sich erstmal zurecht finden muss. eine rattenplage, ein mysteriöser todesfall, ätzende kollegen und ein alter freund – es ist alles dabei, was einen guten roman ausmacht. gewohnt flüssig erzählt und mit viel witz und charme dekoriert, man sieht evers vor sich, wie er beim schreiben grinst. stellenweise etwas langatmig, aber die geschichte ist zu spannend, um einfach aufzuhören.

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Die Welt ist nicht immer Freitag (Live-Lesung)

erstaunlich, die älteren texte von ihm sind besser als die neueren. seine große stärke: scheinbar unscheinbare erlebnisse durch erstaunliche assoziationsketten dramatisch zu beschreiben, dabei nicht selten kleinere alltagsbeobachtungen zu erhöhen, um sie dann auf brachiale art und weise ihrer ursache-wirkungs-zusammenhänge zu berauben. wahnsinn. und darüber hinaus sind die einzelnen stories oft miteinander verlinkt, sodass mehrmals hören zu empfehlen ist. überhaupt ist evers hören besser als evers lesen, weil er immer so verschmitzt ironisch liest. wunderbar. hier ist am ende seine stärkste dabei, die geschichte mit dem nachtbus, in dem er immer einschläft. anhören.

[xrr rating=9/10]

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Für Eile fehlt mir die Zeit

da hab’ ich dann doch eine ganze weile für gebraucht. man muss horst evers einfach lesen oder hören oder sehen, da kommt man nicht vorbei. seine gedankensprünge sind großartig. ob er im wahren leben auch so faul und müde ist? wohl kaum, da könnte er nicht diese geschichten schreiben, sondern würde alles verschlafen. in früheren werken ging es um berlin, jetzt spielt sich vieles im hinterhof ab. man wird nicht jünger.

[xrr rating=9/10]

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