wir waren so zehn, elf und spielten playmobil bei patrick, meinem großcousin. ich hasste playmobil, war eher so der lego-tüftler. aber er hatte nun mal nur playmobil. seine eltern waren waschechte prolls mit toyota irgendwas, schnauzbart, fuchsschwanz und, natürlich, deutschem country. ich weiß nicht, welcher pöse plattenboß deutsche countrymusik erfunden hat, aber gehört gesteinigt und gefedert. wir spielten jedenfalls und hörten dabei die größten trucker hits: truck stop, gunter gabriel, tom astor und johnny hill. manchmal standen wir auch an der großen straße und winkten den brummifahrern. manchmal winkten sie zurück und einmal schmissen dänische fahrer sogar süßes aus ihrer kabine. das weiß ich noch wie heute. berufswunsch damals: ganz klar, lkw-fahrer – romantisch auf dem kutschbock quer durch europa und im radio die ganze zeit trucker-musik. in der schule sprachen wir über lkw-marken und spielten auto-quartett mit schweren maschinen. es war eine friedliche zeit – ganz ohne globalisierungskritik und schadstoffausstoss. patrick habe ich schon lange nicht mehr gesehen. vielleicht fährt er da draußen in der nacht, grüßt ihn mir, wenn ihr ihn hört auf eurem cb-funkgerät, kanal 1-4…

(via)

9 Kommentare bis “was ich zu tun hatte, das wußte ich längst schon”

  1. Manuel sagt:

    Geteert und Gefedert. Wenn gesteinigt, dann muss man ja nicht mehr federn, weil schon tot.

  2. Claudius sagt:

    das video ist der hammer. könnte man deutschen sprechgesang nennen oder? weil singen tut er ja eigentlich nich wirklich. is doch aber auch kein country und kein schlager und keine volksmusik, das is noch schlimmer. das is einfach nur scheisse. wie schlecht. ich kann nich mehr…

  3. Carsten sagt:

    stimmt.

    anderseits: doch! die schwere der tat verlangt eine unkonventionelle bestrafung!

  4. Carsten sagt:

    jetzt sag nicht, dass du das lied nicht kennst…?

  5. ortrun sagt:

    es gab ein lied mit guetersloh, das weisz ich genau. wenn ich laenger nachdenke, faellt mir bestimmt noch mehr ein. bei der gleichen gelegenheit, naemlich im krankenhauszimmer mit anderen maedchen habe ich auch “lass mein knie joe” kennengelernt. und das franzoesische alphabet. da war ich aber auch 10. sowas.
    ich dachte erst, ihr haettet zu zehnt irgendwas gespielt. aber ich kapier momentan auch im fernsehen nichts. ist die welt in den letzten tagen komplizierter so viel geworden?

  6. Carsten sagt:

    Einsam und immer unterwegs,
    knabbert er den letzten Keks
    Der letzte Cowboy kommt aus Gütersloh
    und sucht die Freiheit irgendwo – Irgendwo

    (Thommie Bayer)

    großartigst! was genau im fernsehen verstehst du denn nicht? soll ichs mir mal anschauen?

  7. ortrun sagt:

    alles eigentlich. krimis, fuszball.
    bei der tagesschau bin ich noch nie mitgekommen.

    ich glaub, ich meinte ein anderes lied mit guetersloh. sollen wir mal wieder bei flickr lieder sammeln?

  8. Carsten sagt:

    diesmal vielleicht ortslieder? jeden tag ein anderes bundesland?

    I hold my head against the wind
    The night is slowly closing in
    But I won't turn back
    I'm waiting for a train to come
    A sign says It won't be long
    It's only a few hundred miles to go
    To Gütersloh
    I feel homesick

    (Fury in the Slaughterhouse)

  9. Claudius sagt:

    ne ich kenn das lied( das nennst du ehrlich lied?) nich. und soll ich dir was sagen? ich bin stolz druff!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>



Verwandte Artikel

Zug um Zug im Zug
Foyer des Arts: Schimmliges Brot
berlins burning?
angesehen und begeistert